Historisches Camberg Nr. 46 - November 2010

 

Albert Schorn, der Camberger Fotograf und Chronist, der durch seine drei Chroniken „Camberg in Wort und Bild“, „Kriegschronik von Camberg“ und „Cambergs Chronik 1918-1945“ für die Stadtgeschichte wertvolle Bild- und Schriftdokumente schuf und hinterließ, verfasste kurz nach dem 2. Weltkrieg handschriftlich „Mein Lebensweg“. Das Original (56 DIN A 5-Seiten) dieses Lebensweges war über Jahre verschwunden und wurde erst 2009 wieder gefunden. In diesem Lebensweg beschreibt Albert Schorn seine Jugendzeit und erste Liebe Ende des 19. Jahrhunderts in Camberg. Erstmals erfahren wir von einem Zeitzeugen, wie man sich fühlt, wenn man als 15-jähriger mit seinem Bruder im Jahre 1888 in die „Fremde“, das Nirrerland geht, welche Arbeiten dort ausgeführt wurden und wie man die knapp bemessene Freizeit gestaltete. Ausführlich beschreibt er seinen Weg zur Photographie und seine Tätigkeit als Stadtverordneter von 1905 bis 1933. Im letzten Kapitel beschreibt er den alltäglichen Umgang und seine Kämpfe mit den Nationalsozialisten in der Kleinstadt Camberg. „Mein Lebenslauf“ von Albert Schorn ist in der neu erschienen Ausgabe „Historisches Camberg - Beiträge zur Geschichte der Stadt Bad Camberg“ nun veröffentlicht worden.

Neben diesem Artikel findet sich in der Ausgabe Nummer 46 von Ottheinrich Lang die Lebensgeschichte von Dr. Ernst Meyer-Camberg, der von 1950 bis 1964 Kur- und Badearzt in Camberg war und der heute noch durch etliche Bücher und Veröffentlichungen sowie die Dr. Ernst-Meyer-Camberg-Stiftung in Fachkreisen weithin bekannt ist.

Manfred Kunz beschreibt die Entstehung des Altars am Neumarkt, der über viele Jahrzehnte als Fronleichnamsaltar genutzt wurde.

Stephan Herber wird durch den Duft des Sonntagsbraten in der Bächelsgasse auf dem Weg zum sonntäglichen Hochamt inspiriert, seine Eindrücke aus der Kindheit und Schülerzeit zu sammeln und aufzuschreiben, um die untergegangene kleinstädtische Welt Cambergs vor dem Vergessen zu bewahren. Köstlich ist es zu lesen, wenn er im ersten Teil seiner „Kindheit in Camberg um 1960“ die Camberger Institutionen, die Kirche, die Messdiener, die Katholische Jugend, Schule und Fernsehen beschreibt und die Camberger Respektpersonen dieser Zeit von Pfarrer Staat bis zur Institution am Kirchplatz, dem „Grand Seigneur“ und damaligen Hausmeister Alfred Österreicher vorstellt.

Auf der Homepage des Stadtarchivs – badcamberg.stadtarchiv.info – ist das Inhaltsverzeichnis der bislang erschienenen Hefte veröffentlicht. In dieser Aufstellung wird auch gezeigt, welche Hefte noch vorrätig sind.