Historisches Camberg Nr. 51 - Dezember 2014

Die Ausgabe Nr. 51 des VHC-Heftes "Historisches Camberg" ist erschienen.

Schwerpunkt dieser Ausgabe ist der Ausbruch des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren. Über den 1. Weltkrieg ist anlässlich des 100. Jahrestages des Ausbruches 1914 in Büchern, Presse, Rundfunk und Fernsehen bereits umfangreich informiert worden. In der 51. Ausgabe wird vor allem über die Vorgeschichte, den Beginn und das erste Kriegsjahr in Camberg berichtet.

Ottheinrich Lang berichtet in dem Artikel "Der Beginn des 1. Weltkrieges in Camberg" über die Situation in Camberg. Grundlagen für seinen Artikel sind Dokumente und vorhandenen Quellen aus dem Stadtarchiv, der evangelischen und katholischen Pfarrchroniken sowie damaliger Zeitungen.

"Der Heldentod des Dr. Hyazinth Lieber von Camberg im Jahre 1914" wird von Christian Lieber und Dr. Peter K. Schmidt anhand des Briefwechsels von Hyazinth Lieber mit seiner Mutter Josefine Lieber, der Witwe des Zentrumsführers Dr. Ernst Lieber und seinen Geschwistern und Freunden dokumentiert.

Dr. Hyazinth Lieber wurde schon im ersten Jahr Opfer der, wie es die Nachwelt begreift, massenhaften Menschenschlächterei, die der technische Fortschritt in den Krieg brachte. Die Briefe zeigen aber, dass die Betroffenen eine andere Wahrnehmung hatten. Sie teilen die damals weit verbreiteten Einstellungen zum Krieg, die Opferbereitschaft und Zuversicht, für eine gerechte Sache zu kämpfen, die Verehrung für den Kaiser und die Verachtung für die Feinden.

Auch der evangelische Pfarrer Ludwig Ottmar Kaiser teilte diese Begeisterung und befürchtete vom großen krieg nichts mitzubekommen. Deshalb meldete er sich gleich zu Beginn des Krieges, trotz seines 49 Jahre als Kriegsfreiwilliger. Dieter Oelke hat mit Hilfe der evangelischen Pfarrchronik und des "Hausfreundes für den Goldenen Grund" unter dem Titel "Pfarrer Ottmar Kaiser im Ersten Weltkrieg" ein Lebensbild des Pfarrers, der 1911 Pfarrer in der Diaspora Gemeinde Camberg wurde und 1927 starb, geschrieben.

Die Broschüre wird abgerundet mit einem "Letzen Brief von Onkel Christian (Falkenbach)", indem dieser von der Front im Argonnen Wald berichtet und seine Schwester bittet ihm jede Woche ein Paket mit Wurst zu schicken, da das Essen sehr schlecht sei. Franz Peter Martin hat diesen Brief, der an seine Oma gerichtet war überarbeitet.

Die aktuelle Ausgabe des VHC-Heftes "Historisches Camberg" kann man im Buchhandel oder im Stadtarchiv zum Preis von 4 Euro erwerben, Mitglieder des VHC erhalten die Vereinsbroschüre kostenlos zugesandt.

Auch in den davor erschienenen VHC-Heften werden Themen von A wie Archäologie und Auswanderer über Stadt- und Heimatgeschichte bis hin zu Vertreibung und Ortschaften wie Walsdorf behandelt. Die älteren Hefte sind nur im Stadtarchiv verfügbar. Und falls jemanden ein Artikel aus einem VHC-Heft interessiert, welches nicht mehr zu kaufen ist, ist das Archiv gerne bereit, Interessierten eine Kopie dieses Beitrags anzufertigen. Auf der Homepage des Stadtarchivs ist das Inhaltsverzeichnis der bislang erschienenen Hefte veröffentlicht. In dieser Aufstellung wird auch gezeigt, welche Hefte noch vorrätig sind.