Historisches Camberg Nr. 47 - September 2011

Sehr interessant zu lesen ist der zweite Teil des Berichts von Stephan Herber "Kindheit in Camberg um 1960", in dem er beschreibt, wie er als Kind die Feste und Ereignisse im Jahreslauf erlebt hat. Aber auch, welche Arbeiten er in Haus und Hof zu verrichten hatte und wie der Speiseplan der Familie im Verlauf der Woche ausgesehen hat.

"Die Alte Essigfabrik - Einzigartiges bauliches Zeugnis bürgerlicher Unternehmerkultur der Gründerzeit in Bad Camberg" ist der Bericht von Johannes Gerstenberg überschrieben. Man erfährt, wie die Essigfabrik nebst Wohngebäude entstand, wer dort lebte und wie die Räumlichkeiten im Lauf der Jahre genutzt wurden. Mittlerweile ist aus der Bachelorarbeit von Johannes Gerstenberg die „Initiative Essigfabrik“ entstanden, die die alte Essigfabrik zu einem Kunst- und Kulturzentrum für Bad Camberg umwidmen und damit in ihrer Bausubstanz erhalten möchte.

Das Glockenspiel im Amthof ist das Ergebnis einer Erfolgsgeschichte, deren Ursprung bereits lange zurückliegt. Bernd Schlösser und Dr. Martin Evers berichten vom Werdegang des Projekts, welche Ideen der Gestaltung zugrunde liegen und von der Reise in die niederländische Glockengiesserei, bei der die Glockenspender die Entstehung ihrer Glocken miterleben durften.

Zum Schmunzeln bringt einem die alte Postkarte aus dem Jahr 1931, die Stephan Herber gefunden hat. Im Text lobt der Absender den "ganz frischen süssen Äpfelwein" und die "frische hausgemachte Leberwurst", aber auch den wohltuenden Einfluss von "Ruhe und einer gesunden Betriebsamkeit" in den "Gassen des Städtchens".