Bürgerprojekt

Gegenstand des Bürgerprojektes ist das Anwesen Hainsstraße 21, ein unscheinbares Fachwerkhäuschen, 5 Meter breit, auf einem 60 Meter langen Grundstück, das bis in den Bungert reicht. Arme Leute bewohnten die wenigen Räume. Sein Baujahr ist durch eine dendrochronologische Untersuchung auf 1730 datiert. Das Erdgeschoss lehnt sich an die ehemalige noch sichtbare Stadtmauer an. Dort, von der heutigen Bevölkerung fast vergessen, befand sich von 1773 bis 1838 die ehemalige jüdische Schule – der Vorgängerbau der späteren Synagoge in der Schmiedgasse.

Camberg war zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Kreisgebiet eine der größten und bedeutendsten jüdischen Gemeinden, die ca. 500 Jahre zurückreicht, sodass das Gebäude insgesamt für die Stadtgeschichte einen herausragenden Kulturwert besitzt. Mit ihm kann sich ein bisher wenig ins Blickfeld geratener Teil der Altstadt bevölkerungsgeschichtlich, städtebaulich und mit dem Blick auf die Lebensumstände jüdischer Mitbürger erschließen lassen.

Der Sanierung des Gebäudes soll die Einrichtung eines kleinen Museums folgen. Schritt für Schritt soll die Fertigstellung des Baus und Museums in Form einer Bürgeraktion in den nächsten Jahren (bis 2012) umgesetzt werden. Träger ist die Stadt Bad Camberg. Der Verein Historisches Camberg (VHC) will Arbeitsleistungen in Höhe von 100.000 Euro sicherstellen und Spenden im Umfang von 30.000 Euro einwerben.

Trotz auch kontroverser Diskussionen im Vorfeld sind die zustimmenden Reaktionen darauf überraschend groß. Nachdem die Stadt Bad Camberg die Grundfinanzierung sichergestellt hat, wollen Handwerksfirmen ihre Leistungen kostenlos erbringen, Bürgerinnen und Bürger aus allen Generationen möchten zum Gelingen ehrenamtlich beitragen. Wenn der VHC darüber hinaus auch Ihr Interesse wecken könnte, das Projekt mit Geldspenden zu unterstützen, würden wir uns als Initiator glücklich schätzen.

Bürgerprojekt – wir sind der festen Überzeugung, dass in Bad Camberg auch in der heutigen schwierigen Zeit nachhaltige Kulturleistungen durch ein großes Gemeinschaftsengagement erbracht werden können.

Aus einem unscheinbaren Häuschen ein Kulturdenkmal schaffen – wollen Sie mit dabei sein?

Unterstützen Sie uns mit Men- und Womenpower, Handwerkerleistungen oder Spenden.

Ansprechpartner: Doris Ammelung, Hermann Birkenfeld, E-Mail